Businessplan für einen Pflegedienst: Das muss drinstehen!

Pflegedienst Frau am Telefon

Die 3 wichtigsten Fragen für Gründer

Selbstständige und Freiberufler sind nicht kraft Gesetzes in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) pflichtversichert. Sie müssen aktiv entscheiden, ob sie sich gesetzlich oder privat versichern. Die Beiträge zur GKV richten sich nach dem Einkommen und betragen 2025 zwischen...

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In der Regel entfällt die Pflicht zur gesetzlichen Rentenversicherung für Selbstständige. Nur bestimmte Berufsgruppen (z. B. Handwerker, Lehrer, Künstler) müssen weiterhin Beiträge zahlen.

Wenn Sie nicht pflichtversichert sind, können Sie freiwillig in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen oder sich für eine private Altersvorsorge entscheiden – etwa mit einer Rürup-Rente oder ETF-Sparplänen.

Wichtig: Ohne eigene Vorsorge erhalten Sie später keine gesetzliche Rente.

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Ja – als Selbstständige tragen Sie das Risiko allein. Es gibt keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld I (außer bei freiwilliger Weiterversicherung).

  • Krankentagegeldversicherung: ersetzt das Einkommen bei längerer Krankheit
  • Berufsunfähigkeitsversicherung: schützt vor Einkommensausfall bei dauerhafter Arbeitsunfähigkeit
Tipp: In vielen privaten Krankenversicherungen lässt sich Krankentagegeld flexibel ergänzen.

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Zuletzt aktualisiert: 07.04.2021

Dass die deutsche Gesellschaft stark altert und schon jetzt ein Pflegenotstand herrscht, wird seit Jahren in den Medien diskutiert. Hinzu kommt die Tatsache, dass es einen Fachkräftemangel in der Pflegebranche gibt, der sich in den nächsten Jahren verschärfen dürfte. Aktuell sind hierzulande etwa 3 Millionen Menschen pflegebedürftig, wovon etwa 2 Millionen Menschen auf einen ambulanten Pflegedienst zurückgreifen. Viele ältere Menschen wollen nicht in ein Heim, sondern ihr gewohntes Leben in der bekannten Umgebung so lange wie möglich aufrecht zu erhalten. Angesichts der weiteren demografischen Entwicklung handelt es sich um eine attraktive und zukunftsorientierte Geschäftsidee. Doch um einen Selbstläufer handelt es sich nicht, sodass an der Ausarbeitung eines überzeugenden Businessplans kein Weg vorbeiführt. Diese Beitrag zeigt in kompakter Kürze, was in einem Businessplan für einen Pflegedienst stehen sollte.

Warum überhaupt einen Businessplan für Pflegedienst ausarbeiten?

Wie bei jeder Existenzgründung ist ein Businessplan gerade im Pflegebereich unverzichtbar. Es gilt, eine kluge strategische Positionierung vorzunehmen und einen guten Standort als Basis zu finden. Ein Businessplan hilft durch seine Struktur, Ordnung in die Planung zu bekommen und alle wichtigen Details auf dem Bildschirm zu haben. Er liest sich als Leitfaden und zugleich auch als Anleitung, um das Geschäft Schritt für Schritt erfolgreich zu machen. Und letztlich ist der informative bzw. persuasive Charakter für Dritte von entscheidender Bedeutung: In dieser Hinsicht muss der Businessplan für einen Pflegedienst in der Lage sein, Banken oder andere Geldgeber zu überzeugen. Hintergrund ist, dass eine Existenzgründung mit einem Pflegedienst recht kapitalintensiv ist. Daher wird es nötig sein, einen überzeugenden Businessplan auszuarbeiten, um Fremdkapital einsammeln zu können. Nur die allerwenigsten Existenzgründer werden genügend Eigenkapital mitbringen, um ohne jede finanzielle Hilfe oder Fördermöglichkeit einen Pflegedienst gründen zu können. Und nicht zu vergessen ist, dass der Gründer sich selbst mit seinem Fachwissen und seinen unternehmerischen Ideen profilieren kann. Es gibt also viele Gründe, die für die sorgfältige Ausarbeitung eines Businessplans für einen Pflegedienst sprechen. Aber welche Inhalte müssen unbedingt hinein?
 

Standortanalyse für Pflegedienst: ein zentraler Inhalt im Businessplan

Der Standort wird entscheidend für den wirtschaftlichen Erfolg mit einem Pflegedienst sein, denn die Versorgungssituation ist in den Bundesländern sehr unterschiedlich. Momentan gibt es knapp 15.000 Pflegedienste, wobei die Tendenz steigend ist. Mit Blick auf die Situation in den Bundesländern gibt es im Saarland, in Schleswig-Holstein und in Rheinland-Pfalz die wenigsten ambulanten Pflegedienste. Die höchste Dichte lässt sich in Brandenburg, in Niedersachsen sowie in Hamburg feststellen. Der Standort sollte nach einer eingehenden Analyse gewählt werden, wobei vor allem der Konkurrenzsituation und dem Altersdurchschnitt in der Region eine große Bedeutung zukommen muss. Es muss ohne Zweifel deutlich werden, dass die Versorgungssituation am Standort die Gründung eines Pflegedienstes als vielversprechend erscheinen lässt. Im jedem Fall muss die Auswahl des Standortes als zentraler Geschäftsfaktor im Businessplan begründet werden.
 

Nicht nur das Fachliche, sondern auch die kaufmännische Perspektive zählt

Wer einen Pflegedienst gründen möchte, muss die fachliche Seite erfüllen, zumal es zahlreiche formale Auflagen gibt. Um dauerhaft erfolgreich mit einem Pflegedienst zu sein, muss ein Existenzgründer von Beginn an die kaufmännische Seite beherrschen. Der Businessplan zeigt mit wenigen Blicken, inwiefern Gründer in dieser Hinsicht aufgestellt sind. Abgesehen von der Wichtigkeit der Standortanalyse muss auch eine umfassende Marktanalyse erfolgen. Nur wenn der Pflegebedarf realistisch eingeschätzt werden kann, lässt sich die spätere Auslastung und somit Einnahmesituation prognostizieren. Von entscheidender Bedeutung im Businessplan für einen Pflegedienst sind die Finanzen, die sehr sorgfältig für die ersten drei Geschäftsjahre geplant werden müssen. Laufen die Kosten aus dem Ruder bzw. sind die Einnahmen nicht wie erwartet, kann das Geschäft sehr schnell in eine finanzielle Schieflage geraten. Daher müssen alle Kosten erfasst und den prognostizierten Umsätzen gegenübergestellt werden.
 

Überblick: Auflistung von Kosten im Businessplan für einen Pflegedienst

  • diverse Sachkosten (Miete, Energiekosten, Büroausstattung etc.)

  • Kosten für das Werbebudget

  • Kosten für die Fahrzeugflotte (in der Regel Leasingraten)

  • Abschreibungen und Versicherungskosten

  • Kosten für externe Fachberater (Steuer- und Rechtsberatung)

  • Kosten, um Zinsen für das Fremdkapital aufbringen zu können

  • weitere Kostenfaktoren je nach Betriebsart und Ausrichtung

     

Übersicht zum Businessplan für einen Pflegedienst: Aufbau und Themen

Unerfahrene Gründer können eine Vorlage für einen Businessplan nutzen (https://www.formblitz.de/products/businessplan-mobiler-pflegedienst.html). Auf diese Weise wird sichergestellt, dass alle wichtigen Inhalte in einer angemessenen Form dargestellt werden. Von Vorteil ist, dass es auch branchenspezifische Vorlagen für einen Businessplan gibt, so auch für einen Pflegedienst. Es hat sich eine relativ feste Gliederung herauskristallisiert, die als eine Art Konvention anzusehen ist.
 

Übersicht: Das muss im Businessplan für einen Pflegedienst stehen

  1. Executive summary: kompakte Zusammenfassung des Konzepts/Geschäftsmodells und Vorstellung des Gründers (aus welchen Gründen hält er sich für geeignet?)

  2. Detaillierte Vorstellung der Geschäftsidee: Darlegung des Pflegekonzepts inkl. Besonderheiten (Alleinstellungsmerkmale), Leistungsspektrum beschreiben, Maßnahmen zum Qualitätsmanagement (nicht vergessen: Pflege ist Vertrauenssache und viele Angehörige werden ganz genau auf den Pflegedienst schauen!)

  3. Gründerprofil: die fachliche Eignung muss hier ebenso deutlich werden wie das kaufmännische Fachwissen, um einen Pflegedienst gewinnorientiert betreiben zu können

  4. Markt- und Wettbewerbsanalyse: Standort wählen und begründen, Konkurrenzsituation darlegen und den Bedarf für einen mobilen Pflegedienst möglichst exakt beziffern

  5. Marketing und Vertrieb: Welche Zielgruppe soll mit welchen Mitteln erreicht werden? Wie können neue Patienten gewonnen werden? Auf welchen Wegen lässt sich die Bekanntheit des Pflegedienstes erhöhen?

  6. Unternehmensorganisation (ggf. Gründerteam vorstellen): qualifizierten Mitarbeitern kommt bei einem mobilen Pflegedienst eine große Bedeutung zu, da der Faktor Mensch bei der täglichen Arbeit (trotz Zeitdruck) entscheidet. Es muss klar werden, mit welchen personellen Ressourcen und organisatorischen Strukturen welche Geschäftsziele erreicht werden sollen. In diesem Bereich können auch Maßnahmen beschrieben werden, um für Vertrauen und eine hohe wahrgenommene Qualität zu sorgen

  7. Chancen und Risiken (SWOT-Analyse): Hier gilt es, Stärken, Schwächen, Risiken und Chancen ehrlich zu benennen. Potenzielle Investoren wollen hier Mut und Voraussicht sehen. Chancen müssen konsequent genutzt und Schwächen beseitigt werden. Stärken müssen mit optimaler organisatorischer und wirtschaftlicher Effizienz ergriffen werden. Risiken müssen auf dem Bildschirm sein, um ggf. flexibel darauf reagieren zu können

  8. Finanzierungsplan mit detaillierten Planungen für die ersten Geschäftsjahre: Durch den Wachstumskurs wird es schon bald zur Neueinstellung von Mitarbeitern kommen, was den Kapitalbedarf weiter erhöht. Daher sind realistische Entwicklungsszenarien durchzuspielen

  9. Realisierungsfahrplan: Wer einen Businessplan als Leitfaden sieht/liest, sollte direkt Klarheit schaffen, bis wann welche Ziele erreicht werden sollen. Gründer können so sicherstellen, dass wichtige Ziele konsequent nachverfolgt werden. Werden sie verfehlt, ist nach den Ursachen zu suchen und nachzusteuern.


Bei den Finanzen trennt sich die Spreu vom Weizen…

…und Geldgeber werden diesen Teil besonders kritisch unter die Lupe nehmen. Die Zahlen lassen schnell erkennen, wie tragfähig bzw. profitabel eine Geschäftsidee ist. Auch wenn sich im Pflegebereich gutes Geld verdienen lässt, so sind wirtschaftliche Strukturen eine absolute Grundvoraussetzung. Gerade bei den Finanzen sollten Existenzgründer schon im eigenen Interesse auf Vollständigkeit achten. Die folgenden Inhalte (möglichst als Excel Tabelle, zum Teil auch mit Grafiken) dürfen in einem Pflegedienst-Businessplan nicht fehlen.
 

Finanzteil Businessplan für Pflegedienst: Das muss drinstehen

  1. Kapitalbedarfsplan (erfasst ALLE Kosten, vor und nach der Gründung)

  2. Finanzierungsplan: Wie soll der ermittelte Kapitalbedarf gedeckt werden?

  3. Liquiditätsplan: Es muss deutlich werden, dass die Zahlungsfähigkeit kurz- und langfristig gegeben ist

  4. Rentabilitätsvorschau: Welche Gewinne bleiben übrig? Welches Wachstum wird erwartet?

  5. Preiskalkulation: Die Pflegeleistungen werden je nach Versicherungsform mit festen Beträgen vergütet, sodass sich Einnahmen recht präzise kalkulieren lassen

  6. Abschreibungen: Faktoren der steuerlichen Absetzbarkeit und Refinanzierung

  7. Privater Bedarf: Welche privaten Kosten stehen an, welcher Lohn soll ausgezahlt werden?

     

Der Fachkräftemangel: Herausforderungen schon im Businessplan angehen!

Im Rahmen der SWOT-Analyse könnte je nach Region und Arbeitsmarktsituation der Fachkräftemangel als Risiko angeführt werden. Gerade in ländlichen Regionen kann es schwer sein, geeignetes Fachpersonal für einen mobilen Pflegedienst zu finden. Vor allem, wenn sich der Pflegedienst fachlich spezialisiert (z.B. auf die Intensivpflege). Gründer sollten mit mutigen Ideen und neuen Konzepten im Businessplan auftrumpfen. Darzulegen sind Maßnahmen, mit denen neue Mitarbeiter gewonnen oder auch langfristig gehalten werden können. Der finanzielle Aspekt (Lohn) wird dabei sicher nicht das einzige Mittel sein können. Zu überlegen ist, wie junge Menschen gezielt an diesen Ausbildungsberuf herangeführt werden können.

Zusammenfassung zum Businessplan für einen Pflegedienst: Das muss drinstehen!

  1. Im Businessplan für einen Pflegedienst muss deutlich werden, dass das Geschäftskonzept tragfähig ist und Gewinne abwirft

  2. Auch wenn es der demografische Wandel und der viel diskutierte Pflegenotstand nahelegen mögen: Die Gründung eines mobilen Pflegedienstes ist kein Selbstläufer, weshalb die Erstellung eines professionelles Businessplans eine absolute Notwendigkeit ist

  3. Gründer müssen neben notwendigem Fachwissen mit einem überzeugenden Businessplan nachweisen, dass sie gute Kaufleute sind und Entscheidungen immer mit Blick auf Wirtschaftlichkeit prüfen

  4. Da dem Standort eine große Bedeutung zukommt, sollte die Auswahl begründet werden (möglichst zahlenbasiert)

  5. Der Finanzteil sollte ausführlich sein und alle oben erwähnten Teile enthalten. Zu rechnen ist mit realistischen Werten, die sich idealerweise herleiten lassen

  6. Fachkräftemangel als Problem/Risiko: Im Businessplan für einen Pflegedienst sollten auch aktuelle und zukünftige Herausforderungen proaktiv mit zielführenden Maßnahmen aufgegriffen werden.

Wichtig: Das ändert sich bei Ihrer Krankenversicherung, wenn Sie selbstständig sind

Änderungen bei der Krankenversicherung für Selbstständige

Als Selbstständige/r oder Freiberufler/in sind Sie nicht mehr automatisch in der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) pflichtversichert. Sie müssen sich nun aktiv für eine Form der Krankenversicherung entscheiden. Die Beitragshöhe in der GKV orientiert sich am Einkommen. Die Kosten für Selbstständige betragen in diesem Jahr zwischen ...

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