Als Immobilienmakler selbstständig machen: To-Do's und Checkliste

Immobilienmakler bei Besichtigung mit junger Familie

Zusammenfassung: Selbstständig machen als Immobilienmakler

Der Immobilienmarkt bietet lukrative Verdienstmöglichkeiten durch Vermietungen und Verkäufe, doch der Wettbewerb ist stark. Wer sich als Immobilienmakler selbstständig machen will, braucht neben einem fundierten Businessplan auch umfassende Marktkenntnisse, Verkaufstalent und ein seriöses Auftreten. Die Gewerbeanmeldung nach §34c GewO ist Pflicht, ebenso wie eine Berufshaftpflichtversicherung. Standortwahl, Marketingstrategie und Kundenakquise sind entscheidend für den Erfolg. Hohe Anfangsinvestitionen und ein erfolgsabhängiges Einkommen erfordern finanzielle Planung und Rücklagen. Fördermittel, IHK-Angebote und Netzwerke können beim Einstieg helfen. Fazit: Vorbereitung, Professionalität und Ausdauer sind der Schlüssel zur erfolgreichen Maklerkarriere.


Wichtige Links für angehende Makler:

Gewerbeerlaubnis nach §34c Welche Software nutzen? So kommen Sie an Aufträge als Makler

Die 3 wichtigsten Fragen für Gründer

Selbstständige und Freiberufler sind nicht kraft Gesetzes in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) pflichtversichert. Sie müssen aktiv entscheiden, ob sie sich gesetzlich oder privat versichern. Die Beiträge zur GKV richten sich nach dem Einkommen und betragen 2025 zwischen...

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In der Regel entfällt die Pflicht zur gesetzlichen Rentenversicherung für Selbstständige. Nur bestimmte Berufsgruppen (z. B. Handwerker, Lehrer, Künstler) müssen weiterhin Beiträge zahlen.

Wenn Sie nicht pflichtversichert sind, können Sie freiwillig in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen oder sich für eine private Altersvorsorge entscheiden – etwa mit einer Rürup-Rente oder ETF-Sparplänen.

Wichtig: Ohne eigene Vorsorge erhalten Sie später keine gesetzliche Rente.

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Ja – als Selbstständige tragen Sie das Risiko allein. Es gibt keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld I (außer bei freiwilliger Weiterversicherung).

  • Krankentagegeldversicherung: ersetzt das Einkommen bei längerer Krankheit
  • Berufsunfähigkeitsversicherung: schützt vor Einkommensausfall bei dauerhafter Arbeitsunfähigkeit
Tipp: In vielen privaten Krankenversicherungen lässt sich Krankentagegeld flexibel ergänzen.

PKV Tarifvergleich...

Zuletzt aktualisiert: 26.03.2025

Selbstständig machen als Immobilienmakler – das ist für viele der Traum vom eigenen Geschäft und finanzieller Unabhängigkeit. Geld verdienen mit dem Verkauf oder der Vermietung von Immobilien ist möglich, wenn Sie die richtigen Schritte gehen. Doch Achtung: In Deutschland sind mehr als 32.000 selbstständige Immobilienmakler registriert. Das bedeutet: hohe Konkurrenz, aber auch große Chancen für diejenigen, die sich professionell aufstellen. Ein durchdachter Businessplan, eine sorgfältige Standortanalyse, ein starker Internetauftritt und umfassende Marktkenntnisse sind dafür essenziell.

In diesem Ratgeber erfahren Sie Schritt für Schritt, wie Sie sich selbstständig machen als Immobilienmakler und welche Voraussetzungen, Kosten und Erfolgsaussichten Sie erwarten. Arbeiten Sie in wenigen Minuten alle wichtigen Fragen ab und nutzen Sie unsere Tipps und weiterführenden Links, um Ihre Planung direkt zu vertiefen. 

 

Was macht ein Immobilienmakler? 

Ein Immobilienmakler unterstützt Eigentümer sowie potenzielle Mieter oder Käufer dabei, Immobilien zu verkaufen, zu vermieten oder zu finden. Die Arbeit umfasst die Vermarktung, Online-Präsentation und Vor-Ort-Besichtigungen. Kommt es zum Abschluss, begleitet der Immobilienmakler die Vertragsabwicklung und organisiert den Notartermin. Als Immobilienmakler selbstständig machen bedeutet, auf eigenes Risiko und ohne festes Grundgehalt zu arbeiten. Ihr Einkommen basiert vollständig auf Provisionen, die Sie durch erfolgreiche Abschlüsse erzielen.


Checkliste: Schritt für Schritt in die Selbstständigkeit als Immobilienmakler

Der Weg in die Selbstständigkeit als Immobilienmakler erfordert die Erfüllung zahlreicher formeller Anforderungen, um rechtlich abgesichert und professionell starten zu können. Die folgende Checkliste führt Sie Schritt für Schritt durch die wichtigsten To-Dos:
 

1. Erlaubnis nach § 34c GewO beantragen
Bevor Sie Ihre Tätigkeit aufnehmen, benötigen Sie eine behördliche Erlaubnis gemäß § 34c der Gewerbeordnung. Diese Erlaubnis beantragen Sie bei der zuständigen Behörde (in der Regel Gewerbeamt oder IHK). Dafür müssen Sie folgende Unterlagen einreichen:

Die Kosten für die Erteilung einer Maklererlaubnis variieren je nach Stadt und können bis zu 1.500 Euro betragen.

  • Kopie des gültigen Personalausweises oder Reisepasses​
  • Unbedenklichkeitsbescheinigung des Finanzamts
  • Polizeiliches Führungszeugnis
  • Auszug aus der Schuldnerkartei des zuständigen Amtsgerichts
  • Bescheinigung des Insolvenzgerichts​
  • Auszug aus dem Gewerbezentralregister​


2. Gewerbe anmelden
Sobald Sie die Erlaubnis nach § 34c GewO erhalten haben, melden Sie Ihr Gewerbe beim zuständigen Gewerbeamt an. Nach erfolgreicher Anmeldung erhalten Sie einen Gewerbeschein.

3. Steuernummer beim Finanzamt beantragen
Nach der Gewerbeanmeldung setzt sich das Finanzamt mit Ihnen in Verbindung. Sie erhalten einen Fragebogen zur steuerlichen Erfassung. Auf dieser Grundlage wird Ihnen Ihre Steuernummer für die selbstständige Tätigkeit zugeteilt.

4. Mitgliedschaft bei der IHK
Als Immobilienmakler sind Sie verpflichtet, Mitglied der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu werden. Nach Ihrer Gewerbeanmeldung meldet sich die IHK in der Regel automatisch bei Ihnen.

5. Berufshaftpflichtversicherung abschließen
Auch wenn keine gesetzliche Pflicht besteht, wird dringend empfohlen, eine Berufshaftpflichtversicherung abzuschließen. Sie schützt Sie vor finanziellen Schäden bei Beratungs- oder Vermittlungsfehlern.

6. Maklervertrag und rechtssichere Unterlagen erstellen
Erarbeiten Sie standardisierte, rechtssichere Maklerverträge, Datenschutzhinweise und Widerrufsbelehrungen. Diese Dokumente müssen den aktuellen gesetzlichen Anforderungen entsprechen und sollten regelmäßig überprüft und aktualisiert werden.

7. Eintrag ins Transparenzregister prüfen
Immobilienmakler unterliegen bestimmten Meldepflichten nach dem Geldwäschegesetz. Gegebenenfalls müssen Sie sich in das Transparenzregister eintragen oder dort Änderungen melden.

8. Pflichten nach dem Geldwäschegesetz erfüllen
Als Immobilienmakler sind Sie verpflichtet, interne Sicherungsmaßnahmen zu treffen, Risikoanalysen zu erstellen und Schulungen für sich und Ihre Mitarbeiter zu dokumentieren.

9. Website und Impressum rechtssicher gestalten
Wenn Sie online präsent sind, müssen Ihre Website, Ihr Impressum und Ihre Datenschutzerklärung den gesetzlichen Vorschriften entsprechen (insbesondere DSGVO, TMG und die Preisangabenverordnung).

10. Fortbildungspflicht beachten
Immobilienmakler sind gesetzlich verpflichtet, sich regelmäßig weiterzubilden (§ 34c Abs. 2a GewO i. V. m. § 15 MaBV). Innerhalb von drei Jahren müssen 20 Stunden Weiterbildung nachgewiesen werden.

11. Wahl der Rechtsform
Überlegen Sie, welche Rechtsform für Ihr Unternehmen am geeignetsten ist. Häufig wählen Immobilienmakler die Rechtsform des Einzelunternehmens oder der GmbH. Beachten Sie, dass die Rechtsform Einfluss auf Haftung, Steuerlast und Finanzierungsmöglichkeiten hat.

12. Businessplan erstellen
Ein detaillierter Businessplan hilft Ihnen, Ihre Geschäftsidee zu strukturieren, Finanzierungsbedarfe zu ermitteln und dient als Grundlage für Gespräche mit Banken oder Investoren.

13. Finanzierung sichern
Stellen Sie sicher, dass Sie über ausreichendes Startkapital verfügen, um anfängliche Kosten wie Büroausstattung, Marketing und laufende Betriebskosten zu decken. Gegebenenfalls können Fördermittel oder Kredite in Anspruch genommen werden.

14. Marketingstrategie entwickeln
Entwickeln Sie eine Marketingstrategie, um Ihre Dienstleistungen bekannt zu machen und Kunden zu gewinnen. Dies kann Online-Marketing, Netzwerkveranstaltungen und klassische Werbung umfassen.

15. Buchhaltung und Steuerberatung organisieren
Überlegen Sie, ob Sie die Buchhaltung selbst führen oder einen Steuerberater beauftragen. Eine ordnungsgemäße Buchführung ist für den Erfolg Ihres Unternehmens essenziell.

16. Netzwerk aufbauen
Knüpfen Sie Kontakte zu anderen Immobilienmaklern, Bauträgern und potenziellen Kunden. Ein starkes Netzwerk kann den Geschäftserfolg maßgeblich beeinflussen.

 

Was kostet es, sich als Immobilienmakler selbstständig zu machen?

Die Kosten für die Gründung einer selbstständigen Tätigkeit als Immobilienmakler können – abhängig von persönlichen Voraussetzungen, Standort und Marktbedingungen – erheblich variieren. Eine präzise und vorausschauende Finanzplanung ist daher unverzichtbar. Im Finanzteil Ihres Businessplans sollten Sie alle anfallenden Gründungsausgaben detailliert erfassen und diesen die voraussichtlichen Einnahmen gegenüberstellen. Dabei empfiehlt es sich, die Einnahmen eher vorsichtig zu kalkulieren. Zu optimistische Prognosen können zu finanziellen Engpässen führen, insbesondere wenn das Finanzamt auf Grundlage dieser Angaben hohe Steuervorauszahlungen festsetzt. Eine realistische Planung schützt vor bösen Überraschungen und sichert Ihre Liquidität in der wichtigen Anfangsphase Ihrer Selbstständigkeit.
 

Wichtige Kostenpositionen im Überblick:

  1. Erlaubnis nach § 34c GewO
    Für die behördliche Erlaubnis gemäß § 34c der Gewerbeordnung fallen je nach Umfang der Tätigkeit, Rechtsform und Region Kosten zwischen 200 und 2.000 Euro an.

  2. Gewerbeanmeldung
    Die Gebühren für die Gewerbeanmeldung variieren je nach Gemeinde und liegen in der Regel zwischen 20 und 60 Euro.

  3. Ausbildung und Qualifikation
    Obwohl keine gesetzliche Pflicht besteht, ist eine fachliche Qualifikation empfehlenswert. Die Kosten für entsprechende Aus- oder Weiterbildungen, beispielsweise zum Immobilienfachwirt, können je nach Anbieter zwischen 1.500 und 3.000 Euro betragen.

  4. Büroausstattung und Technik
    Für die Ersteinrichtung eines Büros, inklusive Möbel, Computer, Telefonanlage und spezieller Maklersoftware, sollten Sie mit Kosten zwischen 3.000 und 8.000 Euro rechnen.

  5. Marketing und Werbung
    Ein professioneller Internetauftritt, einschließlich Website-Erstellung und Suchmaschinenoptimierung, sowie Werbemaßnahmen auf Immobilienportalen und in sozialen Netzwerken können initial Kosten von 2.000 bis 5.000 Euro verursachen. Laufende monatliche Ausgaben für Inserate auf Immobilienportalen können sich auf mehrere Hundert Euro summieren.

  6. Versicherungen
    Eine Berufshaftpflichtversicherung ist für Immobilienmakler verpflichtend und kostet jährlich etwa 100 Euro. Zusätzlich sollten Sie eine Betriebshaftpflichtversicherung abschließen, deren Kosten je nach Deckungssumme variieren.

  7. Lebenshaltungskosten und Sozialversicherung
    Als Selbstständiger müssen Sie Ihre Kranken- und gegebenenfalls Rentenversicherung selbst tragen. Die monatlichen Beiträge können je nach Einkommen und gewählter Versicherung zwischen 250 und 500 Euro liegen. Zudem sollten Sie Ihre persönlichen Lebenshaltungskosten berücksichtigen.

  8. Fortbildungskosten
    Um den gesetzlichen Fortbildungspflichten nachzukommen und Ihre Fachkompetenz zu erweitern, sollten Sie jährlich etwa 500 bis 1.500 Euro für Schulungen und Seminare einplanen.

  9. Fahrzeugkosten
    Für Besichtigungen und Kundentermine ist ein eigenes Fahrzeug oft unerlässlich. Je nach Modell und Nutzung können hier Kosten für Anschaffung, Versicherung und Unterhalt anfallen.

  10. Rücklagenbildung
    Es ist empfehlenswert, finanzielle Rücklagen für unvorhergesehene Ausgaben oder umsatzschwache Phasen zu bilden. Ein Polster von mindestens drei bis sechs Monatsausgaben bietet hier Sicherheit.
     

Die Gründungskosten für eine selbstständige Tätigkeit als Immobilienmakler können sich, abhängig von individuellen Entscheidungen und regionalen Gegebenheiten, auf eine Summe zwischen 10.000 und 20.000 Euro belaufen. Diese Investition deckt die notwendigen behördlichen Genehmigungen, Büroeinrichtung, Marketingmaßnahmen, Versicherungen und weitere betriebliche Ausgaben ab. Eine realistische und konservative Finanzplanung ist entscheidend, um die anfängliche Phase bis zum Erhalt der ersten Provisionen finanziell zu überbrücken und die langfristige Liquidität Ihres Unternehmens sicherzustellen.

 

Welcher Standort ist der richtige?

Die Wahl des richtigen Standorts ist ein entscheidender Erfolgsfaktor für Ihre Selbstständigkeit als Immobilienmakler. Oft liegt es nahe, sich am aktuellen Wohnort oder in der eigenen Heimatstadt selbstständig zu machen. Doch bevor Sie diese Entscheidung treffen, sollten Sie sorgfältig prüfen, ob dort eine ausreichende Nachfrage nach Immobilienvermittlungsdienstleistungen besteht und ob genügend Immobilienobjekte für Verkauf oder Vermietung verfügbar sind.

Ein weiteres wichtiges Kriterium ist die Marktsättigung. In Regionen mit einer hohen Maklerdichte kann es schwierig sein, Fuß zu fassen. In einem solchen Fall empfiehlt es sich, entweder einen weniger stark umkämpften Markt zu wählen oder durch Spezialisierung ein Alleinstellungsmerkmal zu schaffen. Besonders gefragt sind Nischen wie die Vermittlung von Luxusimmobilien, exklusiven Neubauprojekten, denkmalgeschützten Objekten oder Gewerbeimmobilien. Mit einer klaren Positionierung als Experte für eine bestimmte Immobilienkategorie können Sie auch in stark frequentierten Märkten erfolgreich sein.

Darüber hinaus besteht auch die Möglichkeit, die Selbstständigkeit als Immobilienmakler mit einem Wohnortwechsel oder einer Auswanderung zu verbinden. Hierbei sind jedoch besondere Sorgfalt und gründliche Vorbereitung gefragt. Informieren Sie sich vorab über die rechtlichen Rahmenbedingungen, Marktgegebenheiten, steuerliche Aspekte sowie kulturelle Unterschiede des Zielmarkts. Viele Länder verlangen zusätzliche Qualifikationen, Genehmigungen oder Sprachkenntnisse. Ein Markteintritt ohne ausreichende Kenntnis der lokalen Gegebenheiten birgt erhebliche Risiken.
 

Wichtige Kriterien bei der Standortwahl:

  • Regionale Nachfrage und Immobilienbestand
  • Konkurrenzsituation und Maklerdichte
  • Wirtschaftliche Entwicklung und demografische Prognosen der Region
  • Infrastruktur und Erreichbarkeit (wichtig für Besichtigungen und Kundentermine)
  • Möglichkeit zur Spezialisierung auf bestimmte Immobilienarten
  • Zugang zu Immobilienportalen und regionalen Netzwerken

 

Welche Versicherungen benötige ich als Immobilienmakler?

Wer sich als Immobilienmakler selbstständig machen möchte, braucht zuallererst eine Berufshaftpflichtversicherung mit kombinierter Betriebshaftpflicht. Sie schützt vor finanziellen Forderungen, die aus eigenen Fehlern resultieren können (wenn z. B. beim Verkauf Mängel übersehen wurden o.ä.). Für die Büroräume ist über eine Gewerbeversicherung mit Betriebsunterbrechungsversicherung nachzudenken. Bei Bedarf können z.B. Rechtsschutzversicherung oder Cyberversicherung ebenfalls eine sinnvolle Absicherung darstellen. 
 

Hauptberuflich selbstständig als Makler: Dies ändert sich bei Rentenversicherung & Krankenversicherung

Wer sich hauptberuflich als Immobilienmakler selbstständig macht, kann freiwillig gesetzlich krankenversichert bleiben oder durch den Status als Selbstständiger in die private Krankenversicherung wechseln. Unabhängig vom System sollte Krankentagegeld zum Versicherungsschutz zählen, falls durch Krankheit die Arbeitskraft über einen längeren Zeitraum ausfällt. Zu denken ist an die Vorsorge für die Rente, zumal die Bundesregierung auch eine Beitragspflicht für Selbstständige plant. Ob eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll ist, muss immer individuell entschieden werden.

Selbstständig und RentenversicherungKrankenkassenrechner


Mit welchen Steuern muss ich rechnen?

Wer sich als Immobilienmakler selbstständig macht, unterliegt der Einkommenssteuerpflicht. Jedes Jahr ist eine Einkommensteuererklärung einzureichen, je nach Rechtsform kommen weitere Pflichten hinzu. Zudem ist Umsatzsteuer als durchlaufender Posten regelmäßig bei der Voranmeldung abzuführen. Jenseits des Freibetrages von jährlich 24.500 Euro ist auch Gewerbesteuer abzuführen. Hier kann der Standort auch finanziell durch den Hebesatz einen Unterschied ausmachen: Nachrechnen lohnt sich! Falls die Buchhaltung an einen Steuerberater delegiert wird, fallen weitere Kosten an. Rücklagen sind zu bilden, um in schwierigen Zeit nicht sofort in wirtschaftliche Schieflage zu geraten.

Steuern: Das müssen Selbstständige wissen
 

Wo erhalte ich Unterstützung, wenn ich mich als Immobilienmakler selbstständig mache?

Durch die Gewerbeanmeldung ergibt sich eine Pflichtmitgliedschaft in der IHK, die ein breit gefächertes Beratungs- und auch Weiterbildungsangebot zugänglich macht. Selbstständige Immobilienmakler sollten dieses nutzen, um sich gezielt auf alle Herausforderungen der Selbstständigkeit als Immobilienmakler vorzubereiten. Mitgliedschaften in Verbänden sind für Immobilienmakler auch dahingehend ein Vorteil, Kunden ein klares Zeichen in puncto Seriosität und Qualität zu senden. In Deutschland genießt z.B. der IVD (Immobilienverband Deutschland) einen guten Ruf. Die Anbindung an ein Netzwerk im Rahmen der Mitgliedschaft bringt zudem Vorteile bei der Kundengewinnung.


Kapitalbeschaffung: Bekomme ich Zuschüsse oder staatliche Förderung?

Beim Start in die Selbstständigkeit als Immobilienmakler fragen sich viele, ob es staatliche Zuschüsse oder Förderungen gibt. Generell ist die Verfügbarkeit von Fördermitteln abhängig von verschiedenen Faktoren wie dem Standort, der Art des Vorhabens und spezifischen Förderprogrammen des Bundes oder der Länder. In Deutschland existieren Programme wie der Gründungszuschuss der Bundesagentur für Arbeit, der für Arbeitslose verfügbar ist, die sich selbstständig machen möchten. Auch Förderkredite der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) können interessant sein, vor allem für Existenzgründer, die eine Anfangsfinanzierung benötigen. Regionale Förderprogramme und Zuschüsse können ebenfalls verfügbar sein, insbesondere für Gründer in strukturschwachen Regionen oder für spezifische Gruppen wie Frauen oder junge Unternehmer. Es empfiehlt sich, eine umfassende Recherche durchzuführen und ggf. eine Beratung bei einer IHK (Industrie- und Handelskammer) oder einem anderen Gründerzentrum in Anspruch zu nehmen, um alle verfügbaren Möglichkeiten zu erkunden.

Zuschüsse und Förderungen
 

Aufträge & Kunden gewinnen als Immobilienmakler?

Hier können zwei große Probleme lauern: Das Maklerimage und die Frage, wer den Immobilienmakler bezahlt? Der eigene Webauftritt sollte keine Zweifel aufkommen lassen und alle Fragen zielfokussiert beantworten: Selbst wenn das Bestellerprinzip für den Immobilienmakler Kosten für den Auftraggeber verursacht, können diese durch eine schnellere Vermarktung und einen höheren Verkaufspreis im Idealfall nicht ins Gewicht fallen.
 

Um als seriöser Immobilienmakler engagiert bzw. gefunden zu werden, ist Folgendes empfehlenswert:

  • Logo.
  • Ansprechender Auftritt mit einem einprägsamen Slogan.
  • Kommunikation von Alleinstellungsmerkmalen (z. B. Immobilienbewertungen als weitere Leistung, auch um jenseits von Abschlüssen Einnahmen erzielen zu können).
  • Serviceleistungen, die Kunden Vorteile bringen (Zeitersparnis etc.).
  • Visitenkarte.
  • Optimierte Homepage als erste Anlaufstelle für Kunden (= digitale Visitenkarte): Hier muss alles für eine Kontaktaufnahme getan werden.
     

Wie viel Geld kann man als Immobilienmakler eigentlich verdienen?

Das sollten die eigenen Berechnungen im Finanzteil des Businessplans zeigen. Laut Gehaltsportalen verdienen Immobilienmakler im Schnitt ca. 50.000 Euro pro Jahr. Zu beachten ist, dass der Verdienst als Immobilienmakler sehr erfolgsanhängig ist: Geld wird nur bei Miet- oder Kaufabschlüssen verdient. Ohne Abschluss werden viele Tätigkeiten nicht direkt vergütet. Auf der anderen Seite winken aber 2 Monatskaltmieten oder 4,76 % bis 7,14 % des Kaufpreises eines Haues als Maklercourtage: Bei einem Kaufpreis von 250.000 Euro würde selbst die niedrigste Courtage stolzen 12.500 Euro entsprechen. Der Verdienst als Immobilienmakler steht und fällt somit der Anzahl der Vermittlungserfolge, dem Wert von Häusern und auch dem Standort durch die Höhe der Provision.

Kunden gewinnen Muster-Werbebrief Immobilienmakler
 

Vorteile und Nachteile der Existenzgründung als Immobilienmakler in der Übersicht

Die Gründung eines eigenen Unternehmens als Immobilienmakler kann sowohl verlockende Vorteile als auch Nachteile mit sich bringen. Hier eine stichpunktartige Übersicht:


Vorteile:

  • Hohe Verdienstmöglichkeiten: Erfolgreiche Immobilienmakler können durch Provisionen aus dem Verkauf oder der Vermietung von Immobilien ein hohes Einkommen erzielen.
  • Flexibilität: Als selbstständiger Immobilienmakler haben Sie die Freiheit, Ihre Arbeitszeiten und Arbeitsweise selbst zu bestimmen.
  • Abwechslungsreiche Tätigkeit: Die Arbeit ist vielseitig und umfasst verschiedene Aspekte wie Kundenberatung, Objektpräsentation und Vertragsverhandlungen.
  • Netzwerkaufbau: Es bieten sich zahlreiche Möglichkeiten zum Aufbau eines umfangreichen beruflichen Netzwerks.
  • Persönliche Erfolgserlebnisse: Der erfolgreiche Abschluss von Immobiliengeschäften kann sehr befriedigend sein.


Nachteile:

  • Hoher Wettbewerb: Der Immobilienmarkt ist oft von starkem Wettbewerb geprägt, was den Einstieg für Neugründer herausfordernd macht.
  • Unsicheres Einkommen: Das Einkommen ist meist erfolgsbasiert (Provisionen), was zu finanzieller Unsicherheit führen kann, besonders in den Anfangsjahren.
  • Hoher Einsatz erforderlich: Der Beruf erfordert hohes Engagement und Einsatzbereitschaft, oft auch außerhalb üblicher Arbeitszeiten.
  • Marktschwankungen: Die Immobilienbranche ist anfällig für Marktschwankungen, was die Nachfrage und damit den Erfolg beeinflussen kann.
  • Anfangsinvestitionen: Es können signifikante Startkosten für Marketing, Lizenzgebühren, Büroausstattung und Weiterbildung anfallen.

 

Selbstständig machen als Immobilienmakler: Häufige Fragen und Antworten

Nein, eine gesetzliche Pflicht zu einer bestimmten Ausbildung besteht in Deutschland nicht. Dennoch ist fundiertes Wissen im Bereich Immobilienwirtschaft, Vertragsrecht, Steuerrecht und Marketing von großer Bedeutung. Ohne Fachkenntnisse und rechtliche Sicherheit laufen Sie Gefahr, Fehler zu machen, die sowohl finanziell als auch haftungsrechtlich schwerwiegende Folgen haben können. Empfehlenswert sind Weiterbildungen, etwa durch die IHK-Zertifikatslehrgänge oder eine Qualifikation als geprüfter Immobilienfachwirt. Diese erhöhen Ihre Glaubwürdigkeit und verbessern Ihre Chancen, Aufträge zu erhalten.
Sobald Sie Immobilien regelmäßig und mit der Absicht der Gewinnerzielung vermitteln oder verkaufen, gilt dies als gewerbliche Tätigkeit. Das ist auch dann der Fall, wenn Sie dies zunächst nur nebenberuflich betreiben. In jedem Fall benötigen Sie eine behördliche Erlaubnis nach § 34c GewO und müssen Ihr Gewerbe beim zuständigen Amt anmelden. Verstöße gegen diese Vorschrift können rechtliche Konsequenzen haben.
Ja, Immobilienmakler unterliegen der Einkommensteuer, der Gewerbesteuer und der Umsatzsteuer. Sie müssen regelmäßig Umsatzsteuervoranmeldungen abgeben. Wenn Ihr Jahresumsatz unter 22.000 Euro liegt, können Sie die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen. Allerdings wird dies von vielen gewerblichen Kunden nicht gern gesehen, da sie die Vorsteuer nicht geltend machen können. Außerdem müssen Sie Ihre Einkünfte detailliert gegenüber dem Finanzamt nachweisen und entsprechende Rücklagen für Steuervorauszahlungen bilden.
Die ersten Einnahmen lassen in der Regel einige Monate auf sich warten. Sie müssen zunächst Kunden gewinnen, Immobilienangebote akquirieren und Verträge erfolgreich vermitteln. Erst nach Abschluss des Kauf- oder Mietvertrags erhalten Sie Ihre Provision. Es ist daher wichtig, über ausreichende finanzielle Reserven zu verfügen, um die Anlaufphase zu überbrücken. Realistisch gesehen dauert es oft sechs bis zwölf Monate, bis ein stabiles Einkommen erreicht wird.
Ja, ein nebenberuflicher Start ist möglich und wird von vielen Existenzgründern genutzt, um das Risiko zu minimieren. Sie müssen jedoch auch im Nebenerwerb die Erlaubnis nach § 34c GewO einholen und Ihr Gewerbe anmelden. Zudem sollten Sie prüfen, ob Ihr Arbeitgeber der Nebentätigkeit zustimmen muss. Planen Sie ausreichend Zeit für Kundenakquise und Besichtigungen ein, auch wenn Sie nur nebenberuflich starten.
Netzwerke und strategische Partnerschaften sind ein entscheidender Erfolgsfaktor für Immobilienmakler. Kontakte zu Bauträgern, Banken, Notaren, Architekten und anderen Maklern erleichtern den Zugang zu Objekten und potenziellen Käufern. Empfehlenswert ist auch die Mitgliedschaft in Maklerverbänden oder regionalen Unternehmernetzwerken. Empfehlungsmarketing und lokale Präsenz sind ebenso wichtig wie professionelle Online-Aktivitäten.
Ein eigenes Büro ist nicht zwingend erforderlich, vor allem in der Anfangsphase. Viele Makler arbeiten zunächst von zu Hause aus oder nutzen Coworking-Spaces. Langfristig wirkt ein eigenes Büro jedoch professioneller und stärkt das Vertrauen der Kunden. Wenn Sie regelmäßig Kundentermine haben oder Besichtigungen koordinieren, bietet ein Büro außerdem organisatorische Vorteile.
Unverzichtbar ist eine professionelle Maklersoftware zur Verwaltung von Immobilienangeboten und Kundendaten (CRM-System). Außerdem sind Tools für Exposé-Erstellung, automatisierte Immobilienportale-Schnittstellen und Terminplanung hilfreich. Empfehlenswert sind Programme wie Flowfact, onOffice oder Immoware24. Auch rechtssichere Vertragsvorlagen und Tools zur DSGVO-konformen Datenerfassung sollten Teil Ihrer digitalen Ausstattung sein.

 

Aktuelle Rechtssprechung und Urteile für Immobilienmakler

In der jüngsten Rechtsprechung wurden mehrere Entscheidungen getroffen, die für Immobilienmakler von Bedeutung sind:​ 
 

Bestellerprinzip bei Mietwohnungen: 

Seit dem 1. Juni 2015 gilt bei der Vermittlung von Mietwohnungen das Bestellerprinzip, wonach derjenige den Makler bezahlt, der ihn beauftragt hat. Diese Regelung wurde vom Bundesverfassungsgericht als verfassungskonform bestätigt.
 

Teilung der Maklerprovision beim Immobilienkauf: 

Am 23. Dezember 2020 trat eine Gesetzesänderung in Kraft, die eine deutschlandweit einheitliche Teilung der Maklerprovision bei Kaufverträgen über Wohnungen und Einfamilienhäuser vorsieht. Demnach darf der Verkäufer die Maklercourtage nicht mehr vollständig auf den Käufer abwälzen, sondern muss mindestens fünfzig Prozent der Kosten selbst übernehmen. 
 

Unzulässige Gebühren und Klauseln: 

Gerichte haben entschieden, dass bestimmte Gebühren, wie Service- und Übergabegebühren, Verwaltungspauschalen oder Besichtigungsgebühren, unzulässig sind. Ebenso sind vorformulierte Verweisungsklauseln oder Direktverkaufsverbote nicht erlaubt. Diese Urteile und Gesetzesänderungen unterstreichen die Notwendigkeit für Immobilienmakler, ihre Geschäftsmodelle und Vertragsgestaltungen regelmäßig zu überprüfen und an aktuelle rechtliche Vorgaben anzupassen, um rechtliche Risiken zu minimieren.

 

Bin ich umsatzsteuerpflichtig?

Mit unserem praktischen Kleinunternehmerrechner können Sie schnell und einfach prüfen, ob Sie die Voraussetzungen für die Kleinunternehmerregelung erfüllen. Diese Regelung nach § 19 UStG bietet Selbstständigen und kleinen Unternehmen steuerliche Erleichterungen, indem sie von der Umsatzsteuer befreit werden. Weitere Informationen zur Kleinunternehmerregelung.




Nutzen Sie auch unsere weiteren Rechner:
 

Einkommensteuerrechner Gewerbesteuerrechner Krankenkassenrechner Abschreibungsrechner Firmenwagenrechner

 

Wichtig: Das ändert sich bei Ihrer Krankenversicherung, wenn Sie selbstständig sind

Änderungen bei der Krankenversicherung für Selbstständige

Als Selbstständige/r oder Freiberufler/in sind Sie nicht mehr automatisch in der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) pflichtversichert. Sie müssen sich nun aktiv für eine Form der Krankenversicherung entscheiden. Die Beitragshöhe in der GKV orientiert sich am Einkommen. Die Kosten für Selbstständige betragen in diesem Jahr zwischen ...

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